Entwicklungsbereich Weiße Riesen
Größte Herausforderung des Stadtumbaus in Kamp-Lintfort waren die sogenannten Weißen Riesen. Dabei handelte es sich um drei bis zu 16-geschossige Wohnhochhäuser, die Anfang der 1970er Jahre im südöstlichen Teil der Innenstadt erbaut wurden und seither in ihrer Erscheinung das Stadtbild Kamp-Lintforts prägten. Doch nicht allein aufgrund der den Maßstab sprengenden Bauformen stellten die Weißen Riesen einen gravierenden städtebaulichen Missstand dar. Zwei der drei Hochhäuser standen nun bereits seit Jahren leer, immer stärker auftretende nutzungsstrukturelle Probleme in diesem Bereich gingen mit dieser Entwicklung einher und drohten mehr und mehr auch auf andere Teile der Innenstadt überzugreifen. Unter dem Aspekt der Vermarktung und Wiedernutzung wurde für die leerstehenden Wohnungen vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung keine Entwicklungsperspektive mehr gesehen. Dies begründete die Bestrebungen der Stadt, die gesamte Bebauung im Rahmen des Stadtumbaus rückzubauen.
Doch schwierige Eigentumsverhältnisse und enorme Kosten der Baureifmachung, insbesondere für einen Rückbau der Hochhäuser, verhinderten in der Vergangenheit jede städtebauliche Entwicklung an dem Standort. Erst durch das Förderprogramm Stadtumbau West eröffnete sich hier erstmals eine Entwicklungsperspektive.
Das grundsätzliche Ziel für die Weißen Riesen, das Areal städtebaulich zu entwickeln und einer neuen innerstädtischen Nutzung zuzuführen, wurde bereits im Innenstadtentwicklungskonzept formuliert. Im Rahmen einer im März 2006 durchgeführten Planwerkstatt wurde dieses Ziel planerisch und konzeptionell weiter konkretisiert. Dabei wurden alternative städtebauliche Lösungsansätze für das Areal aufgezeigt und in Betracht kommende Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Auf Grundlage des zum Abschluss der Planwerkstatt von der Empfehlungskommission ausgewählten Entwurfs der Raumwerk-Architekten aus Frankfurt erfolgte eine Ausarbeitung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes.
Inzwischen realisiert die Ten Brinke Projektentwicklung GmbH auf dem Areal der Weißen Riesen den Bau eines Einkaufszentrums mit einer Verkaufsfläche von bis zu 8.500 qm.
Im Rahmen eines RAW-Wettbewerbes waren seit Anfang August 2008 sechs ausgewählte Architekturbüros damit beschäftigt, für das Gelände der Weißen Riesen ein qualitätsvolles Bebauungs-, Nutzungs- und Gestaltungskonzept zu entwickeln. Es galt für das beabsichtigte Einkaufszentrum am Standort geeignete Baukonturen zu finden, die sich städtebaulich in die Umgebungsbebauung einfügen. Ebenso waren qualitätsvolle Fassadenkonzepte gefragt. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass das Einkaufszentrum Impulse und Ausstrahlungseffekte für die gesamte Innenstadt bietet. Der Bezug zur Moerser Straße und zum Verkehrspavillon waren wichtige Aspekte. Erwartet wurden zudem Aussagen und Entwurfsideen zu den Flachbauten, die sich vor den Weißen Riesen befinden. 1.Preisträger des Wettbewerbs ist Architekt Robert Wetzels, bob-architektur aus Köln. Der prämierte Entwurf diente als Grundlage für die weitere Bearbeitung und die Erarbeitung des Bebauungsplans.
Weitere Informationen finden Sie auf der städtischen Homepage unter dem Punkt "Bauen und Wohnen"
Die Reportage der Innovationsagentur Stadtumbau NRW vom 14.08.2009 finden sie hier.
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